Es war ein Freitag, der 13. (März), als durch die Medien ging, dass die baden-württembergische Landesregierung allen Sportvereinen wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘ ab sofort den Betrieb untersagt. Für uns sah es zunächst so aus, als ob nichts mehr sein würde wie zuvor. Würde dieses Virus den VfL in den Abgrund reißen?

Hektisch wurde der Vereinsausschuss einberufen. Nicht alle konnten kommen, aber für die Anwesenden ging es nun darum, schnell zu entscheiden, mit welchen Sofortmaßnahmen der Verein stabilisiert werden könnte. Denn viele Ausgaben laufen weiter, aber die meisten Einnahmen, zum Beispiel aus der Gastronomie, brachen vollständig weg.

Zunächst ging es darum, die Vorgaben des Landes umzusetzen, also Umkleideräume und Duschen zu schließen und den gesamten Sportbetrieb auf dem Vereinsgelände zu verbieten. Außerdem mussten mit den Trainerinnen und Trainern, die nun auch in einen finanziellen Abgrund schauten, vernünftige Regelungen gefunden werden. Ebenso traf es unsere Wirtsleute, die kein Geschäft mehr hatten.

Mehrere Krisensitzungen

Hier kam dem VfL Kaltental entgegen, dass die organisatorische Arbeit im Verein zum großen Teil ehrenamtlich geleistet wird. Das senkt natürlich die Ausgaben. Aber für den Vorstand war dies auch eine sehr arbeitsintensive Zeit. Zum Teil zweimal wöchentlich mussten die Vorstände zusammentreten, um dringende Maßnahmen umzusetzen und dafür zu sorgen, dass der VfL keine „Schlagseite“ bekommt. Auch für die Abteilungsleiter bzw. den Abteilungsausschuss bei den Turnern war dies eine Zeit der Bewährung, denn viel von der konkreten Arbeit blieb bei ihnen hängen.

Nach ein paar Wochen stabilisierte sich die Gesamtsituation und nun konnte man bereits vorsichtig über eine graduelle Öffnung des Vereinslebens nachdenken. Aber auch hier steckte viel Arbeit drin: Jede Abteilung brauchte einen Corona-Beauftragten, der penibel darauf achtete, dass die entsprechenden Empfehlungen der Sportverbände auf die Realität unseres Vereins heruntergebrochen wurden. So mussten zum Beispiel in der Sporthalle Quadrate abgeklebt werden, die beim Training nicht verlassen werden dürfen. Und wo bekommt man schnell größere Mengen an Desinfektionsmittel her? (Die Toilettenpapierkrise hatte uns zum Glück nicht getroffen, da der Verbrauch während des Sportverbotes nahezu Null war.)

Abteilungsleiter und Trainer gefragt

Auch unsere Trainer wurden hier selbst aktiv und entwickelten Formate, die Coronaregel-konform sind. Alle zogen an einem Strang, denn es war auch allen klar, dass es hier nicht um die sture Umsetzung von seltsamen Regeln ging, sondern dass wir alles dafür tun müssen, damit unser Verein nicht eines Tages als „Corona-Hotspot“ in den Medien steht. Auch den Vereinsmitgliedern sei hier ein Dank ausgesprochen, da sie sich nach unserem Eindruck an alle diese notwendigen Regeln halten. Auch haben uns die allermeisten Mitglieder die Treue gehalten.

Wir alle haben den Eindruck, dass durch den unermüdlichen Einsatz des Vorstands, der Geschäftsstelle und der Corona-Beauftragten (und noch einiger mehr) der Verein jetzt gut und stabil dasteht. Von staatlicher Seite gibt es eine Unterstützung von etwas über fünf Euro pro Mitglied, aber dies wird das finanzielle Loch, dass die Krise reißt, nicht vollständig füllen. Es ist an der Vereinsführung, den Verein finanziell weiter zu stabilisieren.

Und trotzdem: Wir alle hoffen auf eine Zeit, in der eine Impfung, der Einsatz von Schnelltests oder heute noch unbekannten Mittel wieder die üblichen Sportformate möglich machen, viele Zuschauer bei den Wettkämpfen und ein entspanntes Sitzen in unserer Gaststätte zulässt. Lasst uns alle gemeinsam an diesem Ziel arbeiten.

Dietmar Gustke

 

Update: Dieser Artikel erschien im Vereinsmagazin 3/2020 und hat den Stand Oktober 2020. In der Zwischenzeit musste der VfL Kaltental wieder den Sportbetrieb einstellen. Aber ganz eindeutig waren alle Beteiligten diesmal deutlich besser vorbereitet. Alle freuen sich darüber, bald wieder Sport treiben zu dürfen.